TwitterYouTube

04.05.2021 23:11

„SEID WACHSAM UND WEISE“

PA: EU-JUGENDKINO STARTET HEUTE
MIT DEN SCHWERPUNKTTHEMEN
FRIEDENSARBEIT UND ERINNERUNGSKULTUR

PRESSEAUSSENDUNG
Abdruck honorarfrei
05.05.2021, Wien

Statements, Fotos und Visuals:
Dropbox-Link: http://tiny.cc/mczwtz

„SEID WACHSAM UND WEISE“

Die bereits vierte Ausgabe des EU-Jugendkinos widmet sich den Themen Friedensarbeit und Erinnerungskultur. Im Filmprogramm finden sich gleich zwei Österreich-Premieren, zudem werden mehrere Holocaust-Überlebende Fragen der Zuschauenden beantworten. Der Pandemie geschuldet findet die Film- und Gesprächsreihe auch dieses Mal online statt.

Den Auftakt des aktuellen Schwerpunktes bildet der Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus – und zugleich der Europatag. Im Rahmen des vom LET’S CEE Film Festival in Zusammenarbeit mit mehreren Kooperationspartnern umgesetzten EU-Jugendkinos werden bis 10. Juli drei spannende und zugleich didaktisch wertvolle Dokumentationen zu sehen sein, die anhand einzelner individueller Schicksale das beispiellose Verbrechen des NS-Regimes aufzeigen.

Mit „Facing Auschwitz“ von Karl Pridun und Alexander Stipsits (Österreich 2020) und „Die Hebamme“ (Polen 2020) von Maria Stachurska sind gleich zwei Österreich-Premieren mit dabei. Der bei den Schulen sehr beliebte Dokumentarfilm „Mauthausen – Zwei Leben“ (Österreich 2020) von Simon Wieland rundet das Angebot ab. Das Streaming-Angebot steht Jugendlichen, die von Lehrenden bzw. Betreuenden als Gruppen angemeldet werden, kostenlos zur Verfügung, und zwar vom 5. Mai bis 10. Juli bzw. in erweiterter Form wieder ab 1. September.    

Diesmal können aber auch alle anderen interessierten Personen das Filmprogramm des EU-Jugendkinos kennenlernen. Im Rahmen des Programms „In Erinnerung. Filmisches Gedenken an die Opfer der Konzentrationslager des NS-Regimes“ stellen die Botschaft der Republik Polen in Wien und das Polnische Institut Wien Streaming-Gutscheine für alle drei Dokumentationen zur Verfügung. Das Programm ist zwischen dem 5.-19. Mai österreichweit unter https://vimeo.com/ondemand/inerinnerung zugänglich.

An ein breites Publikum richten sich auch die Online-Talks, die zwischen Mitte Mai und Anfang Juli live gestreamt werden und gegen Voranmeldung (unter education@youth-cinema.eu) von allen gratis mitverfolgt werden können. Diesmal sind es vor allem Holocaust-Überlebende selbst, die Rede und Antwort stehen. Darunter Ilse Melamid (geb. Hönigsberg), die im Jahr 1928 in Wien geboren wurde und elf Jahre später mit einem der letzten Kindertransporte nach England gerettet wurde. Mit dabei ist auch der 95-jährige Pole Stanisław Zalewski, der wegen seiner Aktivität im Widerstand ins KZ Auschwitz-Birkenau und ins KZ Mauthausen-Gusen deportiert wurde und aktuell die Funktionen des Vizepräsidenten im Präsidium des Internationalen Auschwitz Komitees sowie des Vorsitzenden des Polnischen Verbands ehemaliger politischer Häftlinge von hitlerischen Gefängnissen und Konzentrationslagern bekleidet. Schließlich wird auch Stefania Wernik, eine der ProtagonistInnen des Films „Die Hebamme“, die im Jahr 1944 in Auschwitz-Birkenau geboren wurde, ihre bewegende Lebensgeschichte erzählen. Sie wird dabei von ihrem Mann Jan, dem Überlebenden des ukrainischen Massakers in Wolhynien, unterstützt. Das Ehepaar, das vier Kindern großgezogen hat und neun Enkelkinder sowie zehn Urenkel hat, hat eine wichtige Botschaft an die Welt: „Kein Krieg und kein Faschismus mehr, die den Tod, den Völkermord, die Gräueltaten das Blutbad und den Verlust der Menschenwürde mit sich bringen. Die Ideologien dieser Welt sind heimtückisch, sobald man sich durch sie blenden lässt, kann das Schlimmste wieder passieren. Seid wachsam und weise; lasst euch von niemandem beherrschen.“

Die vierte Ausgabe des EU-Jugendkinos mit dem Schwerpunkt Friedensarbeit und Erinnerungskultur findet vom 05.05.2021 bis zum 10.07.2021 statt und wird zwischen dem 01.09.2021 und dem 06.01.2022 erweitert und fortgesetzt. Gruppen von Jugendlichen, die das Angebot des EU-Jugendkinos kostenlos in Anspruch nehmen wollen, müssen von ihren Lehrenden und Betreuenden unter www.youth-cinema.eu angemeldet werden. Die Gesprächsformate via Livestream können hingegen von allen Interessierten, die sich unter education@youth-cinema.eu zeitgerecht anmelden, gratis mitverfolgt werden. Auf einer mit dem Projekt verknüpften, allgemein zugänglichen und regelmäßig aktualisierten Vimeo-Plattform findet man unter https://vimeo.com/showcase/8405912 weitere Informationen und Inhalte, darunter Statements, Kurzfilme, Trailer und Präsentationen. Der Schwerpunkt Friedensarbeit und Erinnerungskultur wird durch das LET’S CEE Film Festival in Kooperation mit dem projektXchange des Österreichischen Roten Kreuzes, dem Verein MoRaH – March of Remembrance and Hope – Austria, der IFTE – Initiative for Teaching Entrepreneurship sowie der KPH (Kirchlich Pädagogischen Hochschule) Wien/Krems angeboten und durch den Zukunftsfonds der Republik Österreich, das Österreichische Filminstitut und die Verwertungsgesellschaften VAM und VdFS gefördert.

_________________

ZITATE von FörderInnen des EU-Jugendkinos
(in alphabetischer Reihenfolge):

Der Zukunftsfonds der Republik Österreich fördert Gedenkprojekte für die Opfer des NS-Regimes und anderer totalitärer Systeme, aber auch zukunftsweisende Projekte, die Werte wie Toleranz, die Achtung der Menschenrechte, Demokratie und Antidiskriminierung thematisieren. Sowohl die Filmauswahl und das Rahmenprogramm des EU-Jugendkinos als auch seine Zielgruppe decken sich mit dem gesetzlichen Auftrag unseres Fonds. Projekte, die speziell Jugendliche anregen, sich einerseits mit der Geschichte aktiv auseinanderzusetzen und andererseits einen Beitrag zur interkulturellen Verständigung und Toleranz und gegen Diskriminierungen und Extremismus jeglicher Art zu leisten, sind dem Zukunftsfonds ein besonderes Anliegen. Aus diesem Grunde freuen wir uns, auch heuer wieder Partner dieser wichtigen Initiative von Magdalena Żelasko zu sein, und wünschen dem EU-Jugendkino interessierte, engagierte TeilnehmerInnen und spannende Diskussionen.

Mag. Anita Dumfahrt, Generalsekretärin
Zukunftsfonds der Republik Österreich

Die VAM als staatlich genehmigte Verwertungsgesellschaft der Filmproduzenten unterstützt aus den zu Verfügung stehenden Mitteln aus dem SKE-Fonds soziale und kulturelle Anliegen. Als ein besonders förderungswürdiges Projekt gilt uns das diesjährige EU-Jugendkino mit seinem Schwerpunkt Friedensarbeit und Erinnerungskultur. In diesen Zeiten der Isolation sind gerade Themen wie Integration, Toleranz und Solidarität, Antidiskriminierung, Meinungsfreiheit und Menschenrechte für Jugendliche besonders relevant. Die VAM wünscht den VeranstalterInnen viele ZuseherInnen und ein großes Echo in der Öffentlichkeit. 

Filmproduzent Dr. Veit Heiduschka und Mag. Michael Kavouras,
Geschäftsführer der Verwertungsgesellschaft für audiovisuelle Medien (VAM)

Die VdFS Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden freut sich, auch in diesem Jahr das EU-Jugendkino unterstützen zu können. Gerade zum aktuellen Themenschwerpunkt Friedensarbeit und Erinnerungskultur kann das Medium Film durch seine kreativen Möglichkeiten auch nonverbaler Vermittlung von Inhalten einen wertvollen Beitrag leisten, denn Bilder vermitteln Emotionen und Gedanken über Grenzen und Barrieren hinweg. Daher ist es der VdFS gerade in belastenden Krisenzeiten ein großes Anliegen, den Diskurs und die aktive Auseinandersetzung mit Solidarität, Antidiskriminierung, Toleranz und Integration aufrecht zu erhalten. Wir wünschen allen weiterhin viele interessante Begegnungen!

Mag. Gernot Schödl, LL.M.
Geschäftsführer der Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden (VdFS)

Filme schaffen nicht nur Bilder, sondern immer auch Vorbilder, die unsere Meinungen und Gedanken beeinflussen. Und sie sind einer der stärksten Träger von Erinnerungen. Deshalb erfordert Filmemachen viel Verantwortung und Menschlichkeit. Gute Filme fordern auch zum Weiterdenken heraus, vor allem in Bezug auf das eigene Ich. „Was hat das mit mir zu tun?" – findet es heraus! 

Mag. Roland Teichmann,
Direktor des Österreichischen Filminstituts

ZITATE von KooperationspartnerInnen des EU-Jugendkinos (in alphabetischer Reihenfolge):

„Das Vergessen-Wollen verlängert das Exil, und das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung“, ist ein jüdischer Leitsatz, basierend auf dem Mystiker und Rabbi Israel Baal Schem Tow des 18. Jahrhunderts, der die Erinnerung an die Schoah für uns heute aufschlüsselt und sie uns ans Herz legt. Wir freuen uns sehr darüber, dass im aktuellen Programm des EU-Jugendkinos, der Film „Facing Auschwitz“ gezeigt wird, der einen Einblick in die Arbeit von MoRaH und den Umgang Jugendlicher mit Friedensarbeit und Erinnerungskultur gibt.

Prof. (FH) Mag. Awi Blumenfeld
Philipp Doczi und Mag. Iris Singer
MoRaH-Leitung

Für projektXchange steht ein respektvolles und friedliches Zusammenwirken der Gesellschaft an erster Stelle. Wir orientieren uns an den sieben Grundsätzen des Österreichischen Roten Kreuzes. Die Werte der Menschlichkeit, Neutralität und Unparteilichkeit liegen uns besonders am Herzen. Krieg und Konflikt hinterlassen Spuren in einer Gesellschaft – und das noch lange, nachdem die Kämpfe beendet sind. Die Gräueltaten der Nationalsozialisten, die Ermordung von Millionen Menschen zeigt uns, wozu wir Menschen fähig sind. Wie wichtig die Aufarbeitung von Konflikten ist, wird dabei oft unterschätzt. Totschweigen wurde versucht, aber es führte in eine Sackgasse. Die Wunden der Vergangenheit können nur heilen, wenn wir sie annehmen und lernen darüber zu sprechen. Die Auseinandersetzung mit vergangenem Unrecht und mit Gewalt ist für alle Beteiligten schmerzhaft. Gleichzeitig ist sie nötig, damit aus unterschwelligen Konflikten nicht neue gewalttätige Auseinandersetzungen entstehen. Im Kontext der Erinnerungsarbeit kann jungen Menschen vermittelt werden, wozu Populismus und autoritäre Strukturen führen. Die berührenden Filme im Programm des EU-Jugendkinos: Friedensarbeit und Erinnerungskultur können uns dabei unterstützen Jugendliche für ihre Verantwortung zu sensibilisieren und sie ermutigen, weiter am Fundament für ein friedliches Zusammenleben zu arbeiten.

Katharina Duchaczek und Mag. Markus Priller
Projektkoordination projektXchange
beim Österreichischen Roten Kreuz

_________________

Das EU-Jugendkino-Filmprogramm

Gezeigt werden drei ausgezeichnete österreichische Filme, die sich mit verschiedenen Aspekten der Friedensarbeit und Erinnerungskultur auseinandersetzen. „Die Hebamme“ (Polen 2020) erzählt die Geschichte von Stanisława Leszczyńska, einer Heldin der Besatzungszeit. Die Hebamme aus der polnischen Stadt Łódź begleitete im Konzentrationslager Auschwitz rund 3.000 Geburten, ohne dabei ein Kind zu verlieren. Die Regisseurin Maria Stachurska, privat die Schwiegermutter von Robert Lewandowski und eine Verwandte von Stanisława Leszczyńska, forscht nach der Kraftquelle einer Person, die unter äußerst unmenschlichen Umständen für die Menschenwürde kämpfte.

Der Film „Mauthausen – Zwei Leben“ (Österreich 2020)des Regisseurs Simon Wieland dokumentiert die Geschichte zweier Menschen, die während des NS-Regimes Zeugen der grauenvollen Vorgänge im Konzentrationslager Mauthausen wurden – des in Łódź geborenen Stanisław Leszczyński als Häftling und des aus Mauthausen stammenden Franz Hackl als Lehrling in der Schlosserei des Lagers. Zwei Schicksale, die konträrer nicht hätten sein können – und die doch so viele verstörende Gemeinsamkeiten haben.

In der Dokumentation „Facing Auschwitz“ (Österreich 2020) begleiten Karl Pridun und Alexander Stipsits vier Jugendliche aus Österreich auf einer dreitägigen Gedenkreise nach Auschwitz und bei der damit verbundenen Teilnahme am March of the Living, einem internationalen Gedenkmarsch von Auschwitz I nach Birkenau. Der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz, ein Gespräch mit dem Zeitzeugen Viktor Klein und die Auseinandersetzung mit dem heutigen jüdischen Leben im Krakauer Stadtviertel Kazimierz sind Teile der MoRaH-Reise und prägende Erlebnisse für die jungen Erwachsenen.

Jugendliche können die Filme kostenlos mittels eines Links online anschauen, sofern sie als Gruppen von Lehrenden bzw. Betreuenden unter www.youth-cinema.eu angemeldet werden. Selbstverständlich werden den Lehrenden auch diesmal zu jedem Film umfangreiche und sorgfältig ausgearbeitete Unterrichtsmaterialien zur Vor- und Nachbereitung kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Das detaillierte Filmprogramm gibt es unter:
www.youth-cinema.eu/programm

_________________

Die Vimeo-Plattform

Begleitet wird das Projekt, das für den Unterricht in verschiedenen Fächern und Schultypen bestens geeignet ist, durch eine informative Plattform mit zusätzlichen Inhalten, wie Interviews, Statements, Kurzfilme, Trailer und Präsentationen auf Deutsch bzw. Englisch. Diese wird unter https://vimeo.com/showcase/8405912 ab dem 5. Mai 2021 bis zum 6. Jänner 2022 allen interessierten Personen zur Verfügung stehen und immer wieder um neue Inhalte ergänzt. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

_________________

Rückfragen richten Sie bitte an:
Dr. Magdalena Żelasko
GF des EU-Jugendkinos
c/o LET'S CEE Film Festival
E-Mail: management@letsceefilmfestival.com

Zurück